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Tarcisio Bertone
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Tarcisio Pietro Evasio Kardinal Bertone SDB (* 1./2. Dezembercite-ref-1[1] 1934 in Romano Canavese, Provinz Turin, Italien) ist ein Theologe aus dem Salesianerorden und emeritierter Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche. Er war vom 15. September 2006 bis zum 15. Oktober 2013 KardinalstaatssekretĂ€r. Als KardinalkĂ€mmerer der Vatikanstadt leitete er die kirchliche Ăbergangsregierung wĂ€hrend der Sedisvakanz im Jahr 2013. Unter dem Pontifikat von Benedikt XVI. war Bertone die rechte Hand des Papstes und zĂ€hlte zu den einflussreichsten MĂ€nnern im Vatikan.cite-ref-kilani-2-0[2]
Contents
âą Leben
âą Niedergang
âą Sonstiges
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Herkunft und Ausbildung
Familie und Elternhaus
Tarcisio Bertone wuchs als fĂŒnftes von acht Kindern von Pietro Bertone und Pierina Borio in dem Dorf Romano Canavese in der norditalienischen Region Piemont auf, ca. 40 km nördlich von Turin gelegen. Ein Bruder Giovanni verstarb als Kind, eine Schwester noch im SĂ€uglingsalter. Sein Elternhaus in der Ortsmitte von Romano ist ein typisches herrschaftliches Bauernhaus dieser Gegend, das vom Ă€ltesten Bruder Paolo (1929â2011) bis zu seinem Tod bewohnt wurde. Die Familie, die bĂ€uerlichen Ursprungs war, besaĂ Land und bewirtschaftete Weinberge im Bergland von Scarmagno. Ein Passito (Likörwein) aus der Gegend trĂ€gt noch heute ihren Familiennamen. Der Vater war auĂerdem Hauptorganist an der Pfarrkirche von Romano und spielte gut Klavier, was er auch seinen Söhnen Tarcisio und Valeriano beibrachte. Tarcisio Bertones jĂŒngere Geschwister Valeriano und Mariuccia lebten 2020 noch im Canavese;cite-ref-marius-3-0[3]cite-ref-4[4] seine Schwestern Rosina und Lucia sind vor 2011 verstorben.cite-ref-5[5] In der Familie wird er liebevoll Zio Tarci (âOnkel Tarciâ) genannt.cite-ref-trabucco-6-0[6]
Tarcisio wurde auf Wunsch seines Vaters nach dem Schutzpatron der Katholischen Aktion benannt, dem heiligen Tarzisius. Seine Mutter engagierte sich politisch, war seit den 1920er Jahren Mitglied der Italienischen Volkspartei (PPI) und eine militante AnhĂ€ngerin des Priesters und ParteifĂŒhrers Don Luigi Sturzo. SpĂ€ter unterstĂŒtzte sie die Democrazia Cristiana (DC) und war 1948 im Wahlkampf fĂŒr Alcide De Gasperi aktiv.cite-ref-interview-7-0[7]
Tarcisio war handwerklich begabt, bastelte gerne an mechanischen Apparaten und wollte als Kind eigentlich Ingenieur werden, wie seine Geschwister berichten. Mit zwölf Jahren soll er den Eltern jedoch erklĂ€rt haben, er wolle Priester werden.cite-ref-trabucco-6-1[6] Er selbst erinnert sich, er habe sich fĂŒr Sprachen interessiert und den Berufswunsch Dolmetscher gehabt.cite-ref-interview-7-1[7]
Ordenseintritt und Studium
Zu dieser Zeit besuchte er die Mittelschule des Oratoriums im Turiner Stadtteil Valdocco, dem Mutterhaus der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos. Zum Eintritt in den Orden entschloss er sich im Mai 1949 auf Vorschlag eines Ordenserziehers. Er verbrachte das einjĂ€hrige Noviziat in Monte Oliveto bei Pinerolo, legte am 3. Dezember 1950, dem Tag nach seinem 16. Geburtstag, die ersten OrdensgelĂŒbde ab, absolvierte die ĂŒblichen Erzieherpraktika und Lehrjahre seines Ordens und studierte in Turin an der SalesianerfakultĂ€t Philosophie und Theologie. Am 1. Juli 1960 empfing er in Ivrea die Priesterweihe durch den damaligen Ortsbischof Albino Mensa (1916â1998). AnschlieĂend blieb er zunĂ€chst in Turin, wo er das Lizentiat im Fach Theologie mit einer Arbeit ĂŒber Toleranz und Religionsfreiheit erwarb.cite-ref-trabucco-6-2[6]cite-ref-interview-7-2[7]cite-ref-munzinger-8-0[8]
Die Jahre 1961 bis 1965 verbrachte er in Rom mit weiteren Studien am damals noch provisorischen römischen Sitz des Atheneum Salesianum, der Salesianerhochschule, wo er im Fach Kirchenrecht mit einer rechtshistorischen Arbeit ĂŒber âdie Leitung der Kirche im Denken von Benedikt XIV. (1740â1758)â promovierte. Die Eröffnungszeremonie des Zweiten Vatikanischen Konzils am 12. Oktober 1962 erlebte er persönlich mit. Aus der NĂ€he verfolgte Tarcisio Bertone besonders das spannende Geschehen um die Entstehung der ErklĂ€rung Dignitatis humanae ĂŒber die Religionsfreiheit, sein Lizenziatsthema. Die tĂ€glichen Konzilsberichte in den römischen Zeitungen erwarteten die jungen Priester mit groĂer Ungeduld und es gab organisierte Begegnungen mit KonzilsvĂ€tern. Mit Studienkollegen besuchte er auch VortrĂ€ge von Hans KĂŒng sowie Versammlungen der konservativen Gruppe der KonzilsvĂ€ter, an deren Strategiebesprechungen man sie nach Hinweis auf ihren Lehrer Alfons Maria Stickler SDB teilnehmen lieĂ, der KonzilssachverstĂ€ndiger war.cite-ref-interview-7-3[7]
Als prĂ€gende Lehrer nennt Bertone unter anderen die Salesianer und spĂ€teren KardinĂ€le Antonio MarĂa Javierre Ortas (Ekklesiologie) und Rosalio JosĂ© Castillo Lara (Strafrecht) sowie vor allem seinen Doktorvater und Mentor, den österreichischen Rechtshistoriker Alfons Maria Stickler, der als Rektor des Athenaeums den schrittweisen Umzug der Salesianerhochschule nach Rom ab 1961 organisierte. Bertone selbst kehrte nach seinem Doktorat zunĂ€chst nach Piemont zurĂŒck und wurde Lehrer fĂŒr Moraltheologie am Salesianerkonvikt von Bollegno bei Ivrea.cite-ref-interview-7-4[7]
LehrtÀtigkeit, Bischofs- und KurienÀmter
UniversitÀt der Salesianer
1967 wurde Tarcisio Bertone auf den Lehrstuhl fĂŒr Spezielle Moraltheologie an der Hochschule der Salesianer in Rom berufen, die 1973 von Papst Paul VI. zur PĂ€pstlichen UniversitĂ€t erhoben wurde. Bertone, der noch heute als âVerfechter des Lebensschutzesâ gilt,cite-ref-oonline-9-0[9] beteiligte sich mit Publikationen auch an den Debatten ĂŒber den Schwangerschaftsabbruch in den 1970er Jahren. Von 1974 bis 1976 war er zugleich Ausbildungsdirektor der Theologiestudenten seines Ordens, spĂ€ter wurde er Ortsoberer der SalesianerkommunitĂ€t an der UniversitĂ€t. Als Nachfolger des plötzlich verstorbenen belgischen Kanonisten Gustave Leclerc SDB lehrte er von 1976 bis 1991 Kanonisches Recht an der SalesianeruniversitĂ€t und ĂŒbernahm die Leitung der kirchenrechtlichen FakultĂ€t. Im Rahmen der pĂ€dagogischen Schwerpunktsetzung der Hochschule gehörten auch âJugendrechtâ sowie âRecht und Organisation der Katechese und Jugendpastoralâ zu seinen LehrfĂ€chern. 1987 wurde er Vizerektor, von 1989 bis 1991 amtierte er als Rektor der UniversitĂ€t. Ab 1978 war er zusĂ€tzlich als Dozent fĂŒr Staatskirchenrecht an der LateranuniversitĂ€t tĂ€tig. AuĂerdem wirkte er als Seelsorger in mehreren römischen Pfarreien, wo er sich auch in der theologischen Erwachsenen- und Weiterbildung engagierte. Neben Lehrwerken schrieb er politische Artikel in der Zeitschrift Terza Fase, dem Organ der Forze nuove, einer christsozial ausgerichteten Strömung innerhalb der Democrazia Cristiana, mit deren FĂŒhrungsgestalt Carlo Donat-Cattin (â 1991) Bertone ĂŒber den Ehemann seiner Schwester Mariuccia, den piemontesischen Politiker Giovanni Sado (1933â2019),cite-ref-marius-3-1[3] verbunden und eng befreundet war. Auch den christdemokratischen Politiker Giorgio La Pira (1904â1977), den er bewunderte, lernte er persönlich kennen.
Revision des CIC
In den 1980er Jahren arbeitete Tarcisio Bertone in der Schlussphase der Revision an der Neufassung des kirchlichen Gesetzbuches Codex Iuris Canonici (CIC) mit und leitete im Auftrag der italienischen Bischofskonferenz die Arbeitsgruppe zur Ăbersetzung des CIC ins Italienische. In diesem Zusammenhang setzte er sich intensiv fĂŒr die Umsetzung des neuen Kirchenrechts in den Ortskirchen ein und besuchte Hunderte italienischer Diözesen, um den Praktikern das neue Gesetzbuch vorzustellen und zu erlĂ€utern. Schon in dieser Zeit war er als Berater fĂŒr verschiedene Behörden und Dikasterien des Heiligen Stuhls tĂ€tig, insbesondere fĂŒr die Glaubenskongregation, zu deren Konsultor er 1984 ernannt wurde. Auch mit der Abfassung des 1990 promulgierten Gesetzbuchs der Orientalischen Kirchen (CCEO) wurde Bertone von Joseph Ratzinger beauftragt, der ab 1982 als PrĂ€fekt der Glaubenskongregation in Rom war. 1989 gehörte Bertone zur Arbeitsgruppe der IFCU-Rektoren, in der die Apostolische Konstitution Ex corde ecclesiae ĂŒber die IdentitĂ€t und Mission der katholischen UniversitĂ€ten erarbeitet wurde. Dieses Dokument, das besonders in den USA erwĂŒnscht war, spielte 2012 eine Rolle in dem Konflikt um die UniversitĂ€t von Lima.
Erzbischof von Vercelli
1988 war Bertone bei der Ermöglichung des Dialoges mit dem abtrĂŒnnigen Erzbischof Marcel Lefebvre, um die sich Papst Johannes Paul II. damals unter der FederfĂŒhrung Joseph Kardinal Ratzingers bemĂŒhte, diesem eine wichtige Hilfe, wie Ratzinger spĂ€ter bekannte.cite-ref-openletter2010-10-0[10] 1990 unternahm er eine Studienreise nach Hongkong und Peking. Im gleichen Jahr nahm er im Auftrag von StaatssekretĂ€r Agostino Casaroli an den Versammlungen der vom Europarat geschaffenen Venedig-Kommission teil. Am 4. Juni 1991 ernannte ihn der Papst zum Erzbischof der Erzdiözese Vercelli, des Ă€ltesten Bischofssitzes von Piemont, den er bis 1995 innehatte. Die Bischofsweihe spendete ihm am 1. August 1991 sein VorgĂ€nger im Amt, Erzbischof Albino Mensa; Mitkonsekratoren waren der Bischof seines Heimatbistums Ivrea, Luigi Bettazzi, sowie der Bischof von Casale Monferrato, Carlo Cavalla. Als Erzbischof intensivierte Bertone die kirchlichen Beziehungen zu der in Vercelli ansĂ€ssigen UniversitĂ€t Ostpiemont. Er förderte die Mission des Erzbistums in Isiolo in Kenia, die er mehrfach besuchte, und weihte am 4. Februar 1996 (sechs Tage vor der Ernennung seines Nachfolgers Enrico Masseroni) zusammen mit Jozef Tomko den spĂ€ter ermordeten italienischen Missionar Luigi Locati zum ersten Bischof fĂŒr das Gebiet. Am 28. Januar 1993 wurde er von der Bischofskonferenz zum Vorsitzenden der Italienischen Kommission Justitia et Pax (âGerechtigkeit und Friedenâ) berufen, einem fĂŒr Fragen christlicher Gesellschaftsethik und Verantwortung zustĂ€ndigen kirchlichen Beratungsgremium auf nationaler Ebene.
SekretÀr der Glaubenskongregation
Vom 13. Juni 1995 bis Jahresende 2002 war Tarcisio Bertone SekretĂ€r der von Kardinal Ratzinger geleiteten Kongregation fĂŒr die Glaubenslehre. In dieser Zeit ĂŒbernahm er in dessen Auftrag weitere, oftmals schwierige Missionen, zum Beispiel im Fall des abgefallenen Erzbischofs Emmanuel Milingo, der durch Bertones mehrjĂ€hrige Begleitung zunĂ€chst erfolgreich zur Wiedereingliederung in die katholische Kirche bewegt werden konnte und mit dem er sich anfreundete.cite-ref-11[11] Eine andere Mission war seine Reise nach Tschechien zur Untersuchung der heimlichen Priesterweihen verheirateter MĂ€nner, die unter den Bedingungen der kommunistischen Diktatur in der Tschechoslowakei stattgefunden hatten. Auch bei der EnthĂŒllung des dritten Geheimnisses von Fatima im Jahr 2000 agierte Bertone als rechte Hand des bayerischen Kurienkardinals.cite-ref-interview-7-5[7]
Tarcisio Bertone begleitete Kardinal Ratzinger im Mai 1996 zu einer Begegnung mit Vertretern der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen ins mexikanische Guadalajaracite-ref-12[12] und im Februar 1999cite-ref-13[13] auf einer Reise nach Nordamerika und Ozeanien, auf der sie mit dem damaligen Erzbischof von San Francisco, William Joseph Levada, zusammentrafen, der von Ratzinger im Jahr darauf zum ordentlichen Mitglied der Glaubenskongregation berufen und im Jahr 2005 selbst zum GlaubensprÀfekten ernannt wurde.cite-ref-interview-7-6[7]
WĂ€hrend seiner Zeit bei der Kongregation entstanden in der Glaubensbehörde eine Reihe bedeutender kirchlicher Dokumente, als bekanntestes die ErklĂ€rung Dominus Iesus (2000) ĂŒber die Einzigkeit der Kirche. Auch in dem maĂgeblich von der Glaubenskongregation vorbereiteten pĂ€pstlichen Motu proprio Ad tuendam fidem (1998), mit dem die Pflicht der Katholiken zum Glaubensgehorsam kirchenrechtlich verschĂ€rft und mit Strafbestimmungen belegt wurde, lĂ€sst sich Bertones Handschrift erkennen. Im Sommer 1997 veröffentlichte die Glaubenskongregation eine neue Verfahrensordnung fĂŒr LehrĂŒberprĂŒfungen umstrittener Theologen. Durch die neue Möglichkeit der Rechtsberatung und Rechtsverteidigung fĂŒr die Betroffenen und eine regulĂ€re Einbeziehung der Ortsbischöfe sollte nach Aussage des Vatikansprechers JoaquĂn Navarro-Valls âmehr Transparenz und Rechtssicherheitâ geschaffen werden.cite-ref-14[14] Weitere Projekte, an denen Bertone mitarbeitete, betrafen die ab 2001 realisierte Neufassung der Normen ĂŒber die Untersuchung und Ahndung schwerster kirchenrechtlicher Vergehen (Normae de gravioribus delictis) und die am 16. Januar 2003 veröffentlichte Note ĂŒber das Verhalten der Katholiken im politischen Leben.cite-ref-interview-7-7[7]cite-ref-15[15]
Als SekretĂ€r unterzeichnete Tarcisio Bertone zusammen mit Joseph Ratzinger auch die nach Meinung von Kirchenkritikern brisante Instruktion vom 18. Mai 2001, mit der vatikanische Geistliche zu strengem Stillschweigen gegenĂŒber allen âAuĂenstehendenâ (darunter fallen auch Richter und StaatsanwĂ€lte) ĂŒber innerkuriale Angelegenheiten verpflichtet wurden, das sogenannte segreto pontificio. Diese Instruktion wurde spĂ€ter mit den Geschehnissen um das Verschwinden des Kindes Emanuela Orlandi im Jahr 1983 in Verbindung gebracht.cite-ref-16[16] Das Dokument wurde auch in den Diskussionen ĂŒber die im FrĂŒhjahr 2010 erhobenen VertuschungsvorwĂŒrfe genannt.cite-ref-valero-17-0[17] Zum Nachfolger Bertones als SekretĂ€r der Kongregation fĂŒr die Glaubenslehre wurde im Dezember 2002 mit Angelo Amato wiederum ein Salesianer und sehr enger Vertrauter Kardinal Ratzingers ernannt.cite-ref-18[18]
Kardinal von Genua
Am 10. Dezember 2002 ernannte Papst Johannes Paul II. Tarcisio Bertone zum Erzbischof von Genua, einem der maĂgeblichen Bischofssitze Italiens. Als Nachfolger von Dionigi Kardinal Tettamanzi, der auf den Erzbischofssitz von Mailand wechselte und Bertone in Genua enthusiastisch begrĂŒĂte, wurde er am 2. Februar 2003 in das Amt eingefĂŒhrt.cite-ref-19[19] Als Metropolit des Erzbistums Genua mit sechs nachgeordneten SuffraganbistĂŒmern war Bertone fĂŒr damals rund 690.000 Katholiken zustĂ€ndig. Dem Kardinalskollegium gehört er seit dem 21. Oktober 2003 als Kardinalpriester mit der pro hac vice zur Titelkirche erhobenen Titeldiakonie Santa Maria Ausiliatrice in via Tuscolana an.cite-ref-20[20] Bertone blieb Mitglied der Glaubenskongregation und war als Berater auch weiter fĂŒr sie tĂ€tig, allerdings nicht mehr in maĂgeblicher Funktion. Als Erzbischof von Genua unternahm er zahlreiche Pilger- und Dienstreisen; dreimal begleitete er Diözesanwallfahrten ins Heilige Land; 2004 reiste er nach Coimbra, um sich mit der Fatima-Seherin Schwester Lucia zu treffen; und 2005 besuchte er genuesische Auswanderergemeinschaften in Peru und Argentinien, wo ihm die EhrendoktorwĂŒrde der UniversitĂ€t Salta verliehen wurde. Ebenso unternahm er Anfang 2006 noch als Metropolit eine Pastoralreise nach Santo Domingo und Kuba, wo er neben zahlreichen kirchlichen WĂŒrdentrĂ€gern auch Fidel Castro begegnete. Bertone bemĂŒhte sich, Castro nach jahrzehntelanger Dialogverweigerung zu einer Begegnung mit dem kubanischen Episkopat zu bewegen, die im November desselben Jahres dann auch tatsĂ€chlich stattfand.cite-ref-interview-7-8[7]
Als Erzbischof von Genua war Tarcisio Bertone von Amts wegen Vorstandsvorsitzender der beiden wichtigsten Krankenhauskomplexe der Region, der Ospedali Galliera und des Istituto Giannina Gaslini.cite-ref-interview-7-9[7] Neben dem WohltĂ€tigkeitswerk und der Förderung der Volksfrömmigkeit bildeten die Sorge fĂŒr den deutlich ĂŒberalterten Klerus der Diözese und der Kampf gegen den Priestermangel weitere Schwerpunkte seines Episkopats.cite-ref-21[21] Ende Mai 2004 leitete er die BegrĂ€bnisfeiern fĂŒr den im Irak als erste westliche Geisel ermordeten italienischen Exsoldaten Fabrizio Quattrocchi (1968â2004) in der Kathedrale von Genua. Obwohl sich Bertone stets gegen den Irakkrieg ausgesprochen hatte, warnte er in der anschlieĂenden innenpolitischen Diskussion vor den unabsehbaren Folgen eines ĂŒberstĂŒrzten Abzugs der italienischen VerbĂ€nde aus dem Land.cite-ref-interview-7-10[7]
Beachtet wurde auch seine Stellungnahme zu den PlĂ€nen fĂŒr den Bau einer Moschee in der Altstadt von Genua, ĂŒber den in der Stadt seit Ende der 1990er Jahre gestritten wurde.cite-ref-22[22] Eine ĂuĂerung Bertones Anfang Juni 2004 rief den Eindruck hervor, er habe sich mit dem offenen Brief von vier Priestern solidarisiert, die öffentlich gegen den geplanten Standort protestiert hatten.cite-ref-23[23] Nach spĂ€terer eigener Aussage befĂŒrwortete er den Bau aber grundsĂ€tzlich.cite-ref-interview-7-11[7] Auch Bertones Nachfolger im Amt, Angelo Bagnasco, begegnete den WĂŒnschen der muslimischen Gemeinden nach Angaben des Imams grundsĂ€tzlich aufgeschlossen.cite-ref-24[24] Der Streit hielt ĂŒber das Ende des Episkopats Tarcisio Bertones in Genua an und spaltete den Klerus der Stadt tief.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] Zuletzt schlug Kardinal Bertone im Zusammenwirken mit dem Franziskanerorden einen weitab vom Stadtzentrum gelegenen Standort vor.cite-ref-28[28]
Aufstieg zum mÀchtigsten Kurienkardinal
Papstwahl Benedikts XVI.
Im Vatikan wurde Bertone als enger Vertrauter Joseph Ratzingers und Mann fĂŒr heikle Aufgaben wahrgenommen. Er galt als volksnah und aufgeschlossen und wurde vor dem Konklave 2005 auch selbst als papabile betrachtet.cite-ref-die-zeit-29-0[29] Kardinal Bertone nahm an der BegrĂ€bnisfeier fĂŒr Papst Johannes Paul II. teil und begab sich anschlieĂend mit den wahlberechtigten KardinĂ€len in das kurze Konklave.cite-ref-30[30] Die Wahl seines langjĂ€hrigen Chefs zum Papst kommentierte der FuĂball-Fan Tarcisio Bertone mit seiner bekannten Bemerkung, die Kirche habe in Ratzinger âihren Beckenbauer gefundenâ.cite-ref-munzinger-8-1[8] Im August 2005 begleitete Bertone den neu gewĂ€hlten Papst Benedikt XVI. auf seiner Reise zum Weltjugendtag 2005 nach Köln.
Berufung Bertones
Am 24. Juni 2006 wurde offiziell bekannt, dass Benedikt seinen frĂŒheren SekretĂ€r als Nachfolger von Angelo Sodano zum KardinalstaatssekretĂ€r ernennen wollte. Ein Wechsel in dem Amt war lange erwartet worden; Bertones Wahl wurde als BestĂ€tigung des kirchenpolitischen Kurses des Papstes aufgefasst, und der 71-jĂ€hrige âlĂ€chelnde Kardinalâ (âil cardinale del sorrisoâ) galt wegen seines extrovertierten Naturells als ideale ErgĂ€nzung fĂŒr den eher zurĂŒckhaltenden Papst. Ende Juli empfing ihn der Papst in seinem Urlaubsdomizil Castel Gandolfo zur Besprechung der kommenden Termine, Personalentscheidungen und Reformen. Auch das VerhĂ€ltnis zur orthodoxen Kirche und die laufenden Verhandlungen mit China wurden thematisiert. Die offizielle Ernennung folgte am 15. September 2006, gleichzeitig ernannte der Papst Erzbischof Dominique Mamberti zum neuen SekretĂ€r fĂŒr die Beziehungen mit den Staaten, Bertones AuĂenamtsleiter. Vatikanintern gewann das Staatssekretariat mit Bertones Berufung deutlich an Gewicht, gleichzeitig verlagerte sich sein Schwerpunkt von der vatikanischen AuĂenpolitik, die unter seinen VorgĂ€ngern im Vordergrund gestanden hatte, zur inneren FĂŒhrung der Kurie und dem Aufbau der Kirche, der dem Papst vordringlicher schien als die diplomatischen Verflechtungen mit den Staaten.cite-ref-31[31] Am 4. April 2007 wurde Tarcisio Bertone in der Nachfolge des altersbedingt ausscheidenden Kardinals Eduardo MartĂnez Somalo auch zum Camerlengo (KardinalkĂ€mmerer) bestellt. Die Vereidigung erfolgte am 7. Juli desselben Jahres. Am 10. Mai 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Kardinalbischof von Frascati.
Kurienchef und AuĂenminister des Vatikans
Als Leiter des Staatssekretariats des Heiligen Stuhls nahm Kardinal Bertone die Position eines Regierungschefs im Vatikan und die zweithöchste Stellung hinter dem Papst ein. 1988 waren die Kompetenzen des vatikanischen Staatssekretariats von denen eines reinen AuĂenamtes zu einer ĂŒbergeordneten Leitungsbehörde der Kurie erweitert worden. Die Funktion schloss daher nun auch die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Verwaltung und Finanzen ein. Tarcisio Kardinal Bertone bekleidete damit das bisher höchste Amt, das je ein Salesianer Don Boscos in der römisch-katholischen Weltkirche innehatte.cite-ref-munzinger-8-2[8]cite-ref-oonline-9-1[9]
In dem diplomatisch brisanten Streit um die Reaktionen auf das Papstzitat von Regensburg zur Charakterisierung des Islam im Herbst 2006 stellte sich Bertone hinter Papst Benedikt XVI. und machte in einer schriftlichen ErklĂ€rung deutlich, dass dieser sich von dem in seinem Vortrag verwendeten Zitat klar distanziert hatte.cite-ref-32[32] Wenig spĂ€ter begleitete er den Papst auf dessen TĂŒrkei-Reise im November/Dezember 2006, die als sehr gelungen wahrgenommen wurde, und bezeichnete âden Fall Regensburgâ gegenĂŒber Radio Vatikan anschlieĂend als abgeschlossen.cite-ref-33[33] Am 31. MĂ€rz 2007 bestĂ€tigte Kardinal Bertone gegenĂŒber der französischen Tageszeitung Le Figaro als erster Vatikanvertreter offiziös die bevorstehende Veröffentlichung des Motu proprio Summorum pontificum, mit dem Benedikt XVI. die Feier der sogenannten âtridentinische Messeâ als auĂerordentliche Form des römischen Ritus wiedereinfĂŒhrte.cite-ref-34[34] Tarcisio Bertone nahm an den Generalversammlungen aller römischen Bischofssynoden von 2008 bis 2012 teil.
International agierte Bertone als Leiter einer professionell organisierten AuĂenverwaltung des Vatikans, die sich routiniert mit Kernthemen vatikanischer Diplomatie wie Religionsfreiheit, Menschenrechte, Transparenz und KorruptionsbekĂ€mpfung befasst. Bei seinen GesprĂ€chen mit dem damaligen US-PrĂ€sidenten George W. Bush im Juni 2007 in Washington wurden aktuelle politische Fragen in mehr als 15 verschiedenen LĂ€ndern weltweit angesprochen.cite-ref-35[35] Anders als unter Johannes Paul II. gehörte die AuĂenpolitik unter Benedikt XVI. nicht zu den persönlichen BetĂ€tigungsfeldern des Papstes, was der internationalen Rolle Bertones ein hohes Gewicht verlieh. 2008 reiste Bertone nochmals nach Kuba, nachdem dort der Machtwechsel zu RaĂșl Castro stattgefunden hatte. Im Vordergrund stand wie bei seinem Besuch zwei Jahre zuvor die Stabilisierung der Stellung der Kirche in dem kommunistischen Land.cite-ref-munzinger-8-3[8]
Beziehungsnetz und Wirtschaftkontrolle
Intern hatte er von Beginn an mit WiderstĂ€nden zu kĂ€mpfen, da er ĂŒber keine diplomatische Erfahrung verfĂŒgte und anders als seine VorgĂ€nger nicht von der renommierten PĂ€pstlichen Diplomatenakademie stammte, deren Absolventen sich durch seine Ernennung ĂŒbergangen fĂŒhlten. Sein VorgĂ€nger im Amt, Angelo Kardinal Sodano, gehörte zu den schĂ€rfsten Bertone-Gegnern. Dennoch gelang es Bertone besonders in der ersten HĂ€lfte seiner Amtszeit, viele Kuriale an sich zu binden und ein gut funktionierendes klientelistisches Netzwerk aufzubauen, um seinen Einfluss unter den zur Papstwahl berechtigten KurienkardinĂ€len zu erweitern.
Dabei zielte er besonders auf die Kontrolle ĂŒber wirtschaftliche SchlĂŒsselstellen im Vatikan, die er mit Vertrauensleuten besetzte. Sowohl die GĂŒterverwaltung des Apostolischen Stuhls als auch die vatikanische WirtschaftsprĂ€fektur konnte Bertone auf diese Weise unter seinen Einfluss bringen, noch ehe er im MĂ€rz 2008 seinen VorgĂ€nger Angelo Sodano auch als PrĂ€sident der Kardinalskommission ablöste, welche die Vatikanbank IOR beaufsichtigt und der Bertone seit Oktober 2006 nach seiner Ernennung zum StaatssekretĂ€r angehörte. Damit waren ĂŒber Jahre hinweg ohne Bertones Unterschrift keinerlei wirtschaftlich oder finanzpolitisch bedeutsame Entscheidungen im Vatikan möglich.cite-ref-handelszeitung-36-0[36] Als IOR-PrĂ€sident wurde im SpĂ€tsommer 2009 Ettore Gotti Tedeschi engagiert, der als Mann mit besten Beziehungen zu Kardinal Bertone galt.cite-ref-gotti-37-0[37]
Im April 2008 brachte Bertone das sogenannte Project One (P1) auf den Weg, die Entwicklung einer einheitlichen IT-Plattform zur Verwaltung von Bilanz- und Wirtschaftsdaten im Vatikan.cite-ref-38[38]
Am 19. Juli 2009 besuchte Papst Benedikt XVI. Bertones Geburtsort Romano Canavese wĂ€hrend seines Urlaubs, betete den Angelus in der dortigen Pfarrkirche und aĂ in Anwesenheit des KardinalstaatssekretĂ€rs mit der GroĂfamilie Bertone in deren Familienanwesen zu Mittag.cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]
Konflikte und Gegner
Ein weiteres Problemfeld seiner AmtsfĂŒhrung waren die Beziehungen zur italienischen Regierung und Innenpolitik, die ihrerseits durch die Kontroversen um den langjĂ€hrigen Regierungschef Silvio Berlusconi geprĂ€gt war. Traditionell werden die vatikanischen Beziehungen zu Italien federfĂŒhrend von der italienischen Bischofskonferenz gestaltet, die mehrheitlich Berlusconi-kritisch eingestellt war. Bertone, dessen Netzwerk eng mit demjenigen Berlusconis verflochten war, erwuchs mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz Angelo Kardinal Bagnasco ein weiterer starker innerkirchlicher Gegenspieler. Der Konflikt spitzte sich mit dem RĂŒcktritt Berlusconis im November 2011 zu, als Bertone umschwenkte und seinerseits versuchte, im Konkurrenzkampf mit Bagnasco ein eigenes Einflussnetz in der Umgebung des neuen italienischen MinisterprĂ€sidenten Mario Monti aufzubauen.
Auf beiden SchauplĂ€tzen, den Vatikanfinanzen und der italienischen Innenpolitik, kam es im Jahr 2011, als Bertone durch sein unglĂŒckliches Agieren in den AffĂ€ren um die traditionalistische Piusbruderschaft und den Missbrauchsskandal bereits angeschlagen war, zu Zuspitzungen, die seine Gegner in der Kurie stĂ€rkten. Bereits 2010 hatte der Papst die Vatikanische Finanzinformationsbehörde errichtet, die GeldwĂ€scheoperationen im Umfeld der Vatikanbank untersuchen sollte, dabei aber Bertones Weisungen unterstand.cite-ref-handelszeitung-36-1[36] Nach der Entlassung von Ettore Gotti als IOR-PrĂ€sident, zu der Bertone dem Papst geraten haben soll, rĂŒckte das Opus Dei von ihm ab. Gotti, der dieser Vereinigung angehört, hatte bis dahin eng mit dem KardinalstaatssekretĂ€r zusammengearbeitet, ein von Bertone betriebenes hochriskantes Investitionsvorhaben in diverse angeschlagene oder bankrotte Kliniken und KrankenhĂ€user in Mailand und Rom allerdings blockiert. Mehrere Opus-Dei-freundliche KardinĂ€le, darunter Camillo Ruini, Joachim Meisner und Christoph Schönborn, empfahlen dem Papst seit 2009 mehrfach die Absetzung Bertones.
Ebenfalls als Bertone-Gegner traten der MailĂ€nder Erzbischof Angelo Kardinal Scola und in den letzten Jahren vor dem Papstwechsel zunehmend auch Erzbischof Mauro Piacenza hervor, wie Bertone ein Mitarbeiter Ratzingers, den der Papst 2007 zum SekretĂ€r der Kleruskongregation ernannt und 2010 mit deren Leitung betraut und zum Kardinal erhoben hatte. Dessen Vertrauter, der aus Genua stammende Kuriendiplomat Ettore Balestrero, war von 2009 bis 2013 als UntersekretĂ€r fĂŒr die internationalen Beziehungen der Vatikanbank zustĂ€ndig und wurde vermutlich auf Betreiben von Bertones UnterstĂŒtzern unmittelbar vor Benedikts Abdankung nach Kolumbien versetzt. Bertone war in den vorausgegangenen Jahren gegenĂŒber dem Anliegen Benedikts XVI., fĂŒr eine Reinigung und mehr Transparenz in der Bank zu sorgen, immer wieder als Bremser wahrgenommen worden.cite-ref-41[41]
Positionen, Kritik, Kontroversen
Ăffentliche Wahrnehmung
Obwohl Tarcisio Bertone vor den groĂen Vatikanskandalen der Jahre 2010 bis 2013 verhĂ€ltnismĂ€Ăig selten im Fokus der Weltöffentlichkeit stand und eher im Hintergrund agierte, fiel er verschiedentlich durch Positionierungen auf, die ein unmittelbares Medienecho auslösten. So stellte er am 5. Juni 2007 eine Biografie von Andrea Tornielli ĂŒber Papst Pius XII. vor und sprach sich bei dieser Gelegenheit fĂŒr eine Neubewertung der historischen Rolle dieses Papstes aus. Die gegen Pius XII. erhobenen VorwĂŒrfe wegen seiner passiven Haltung angesichts des Holocaust bezeichnete er als âschwarze Legendeâ, die nur mĂŒhsam zu berichtigen sei.cite-ref-42[42] Schon frĂŒher hatte Bertone Literatur, die aus seiner Sicht das Bild der Kirche beschĂ€digt, angeprangert und die GlĂ€ubigen z. B. vor Dan Browns Bestseller Sakrileg gewarnt.cite-ref-die-zeit-29-1[29] Ebenfalls noch als Erzbischof von Genua hatte er sich im Vorfeld eines in Italien im FrĂŒhsommer 2005 zu dieser Frage anstehenden Referendums wie alle italienischen Bischöfe strikt ablehnend zur Liberalisierung von kĂŒnstlicher Befruchtung und Forschung an Embryonen geĂ€uĂert, die âoffensichtlich gegen das Gesetz von Christusâ verstieĂen.cite-ref-43[43] Von der internationalen Berichterstattung hĂ€ufiger rezipiert wurden Bertones eher joviale oder witzige ĂuĂerungen wie beispielsweise seine aus heutiger Sicht sexistische Bemerkung, das Klonen von Menschen sei fĂŒr die katholische Kirche zwar nicht akzeptabel, im Fall von Sophia Loren könne er sich aber eine Ausnahme vorstellen.cite-ref-44[44] Bekannt war er auĂerdem als engagierter FuĂballfan. Nach spektakulĂ€ren GewaltausbrĂŒchen im italienischen FuĂball und dem Mord an Gabriele Sandri im November 2007 wurde Bertones Mitarbeit in einer Kommission gefordert, um die Kirche in die BekĂ€mpfung der Fangewalt einzubinden.cite-ref-45[45]
LĂ€ssiges Krisenmanagement
Kirchen- und kurienintern geriet Bertone vor allem wegen seines mangelhaften Krisenmanagements in die Kritik. Bekannt geworden ist die kritische Haltung des frĂŒheren Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner gegenĂŒber der Rolle, die Bertone in der Kurie unter dem mit Meisner befreundeten Benedikt XVI. spielte. Meisner berichtete in Interviews wiederholt davon, wie er Papst Benedikt wĂ€hrend der Williamson-AffĂ€re nach der Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. im Januar 2009 dringend die Entlassung Bertones nahelegte, was der Papst aber strikt abgelehnt habe.cite-ref-46[46] Bertones EigenmĂ€chtigkeit und betonte LĂ€ssigkeit im Umgang mit diesem Vorgang hatten den Papst in groĂe BedrĂ€ngnis gebracht, da er von seinem StaatssekretĂ€r vor der Entscheidung offensichtlich nicht ausreichend und rechtzeitig ĂŒber die gravierenden politischen Folgen einer Wiederaufnahme Williamsons, der als Holocaustleugner in Erscheinung getreten war, informiert wurde.
Am Karfreitag des Jahres 2009 zelebrierte Bertone in Anwesenheit von Premierminister Silvio Berlusconi und StaatsprĂ€sident Giorgio Napolitano die Totenmesse beim StaatsbegrĂ€bnis fĂŒr ĂŒber 200 Opfer des katastrophalen Erdbebens von LâAquila in den italienischen Abruzzen.cite-ref-47[47] Der Feier war eine Sondergenehmigung des Papstes vorausgegangen, da Eucharistiefeiern am Karfreitag normalerweise nicht zelebriert werden dĂŒrfen.cite-ref-48[48] Dem kirchenrechtlich vorgeschriebenen RĂŒcktrittsgesuch Kardinal Bertones zum 75. Geburtstag entsprach Benedikt XVI. nicht und bestĂ€tigte ihn am 15. Januar 2010 in seinen Ămtern. In diesem Zusammenhang stellte sich der Papst in einem offenen Brief, der von Radio Vatikan verbreitet wurde, demonstrativ hinter seinen Vertrauten und dankte ihm fĂŒr die jahrzehntelange wertvolle Zusammenarbeit.cite-ref-openletter2010-10-1[10]cite-ref-49[49]
EnthĂŒllungsberichte im FrĂŒhjahr 2010
Im Jahr 2010, als der Pontifikat Benedikts XVI. durch das Bekanntwerden zahlreicher FĂ€lle von sexuellem Missbrauch durch katholische Priester besonders in Irland und in den USA in eine schwere Krise geriet, wurde bekannt, dass Bertone seit 1996 mit dem Fall Lawrence C. Murphy befasst gewesen war, einem pensionierten amerikanischen Priester, der zwischen 1950 und 1974 in einer Einrichtung in Wisconsin bis zu 200 gehörlose Kinder sexuell missbraucht hatte. Der TĂ€ter war 1998 verstorben, ohne strafrechtlich belangt worden zu sein. Amerikanische OpferanwĂ€lte hatten gerichtlich die Freigabe der Akten einer vor Murphys Tod beim Erzbistum Milwaukee gegen ihn gefĂŒhrten internen kirchlichen Untersuchung erzwungen und Dokumente daraus der New York Times zugeleitet. Die Zeitung berichtete daraufhin, Papst Benedikt sei im Rahmen seiner frĂŒheren TĂ€tigkeit als PrĂ€fekt der Glaubenskongregation in Versuche verstrickt gewesen, den Fall zu vertuschen. Diese Berichterstattung fĂŒhrte zu schwersten Verstimmungen im Vatikan und einem heftigen Streit mit Vertretern der katholischen Kirche, darunter Angelo Sodano als Dekan des Kardinalskollegiums und der amtierende PrĂ€fekt der Glaubenskongregation und höchste Amerikaner im Vatikan, Kardinal William Levada. Die Auseinandersetzung zog vor allem in englischsprachigen Medien weitere Kreise und eskalierte bis hin zu der Forderung von Richard Dawkins, den Papst vor die internationale Strafgerichtsbarkeit zu ziehen.cite-ref-valero-17-1[17]
Die deutsche Wochenzeitung Die Zeit erhielt ebenfalls Zugriff auf die Dokumente und veröffentlichte Ostern 2010 Protokolle aus einem Briefwechsel zwischen der Glaubenskongregation und dem fĂŒr die Ermittlungen in den 1990er Jahren zustĂ€ndigen Erzbischof von Milwaukee Rembert Weakland OSB. Daraus ging hervor, dass Tarcisio Bertone mit dem ermittelnden Erzbischof in Kontakt gestanden und die Untersuchungen verfolgt hatte. Die EnthĂŒllung war brisant, weil Joseph Ratzinger der direkte Vorgesetzte Bertones bei der Glaubenskongregation gewesen war und Bertone ihm nach Ansicht der Autoren damals âden Skandal vom Halse zu schaffenâ versucht hatte.cite-ref-50[50] WĂ€hrend sich die VorwĂŒrfe gegen Ratzinger auch nach Ansicht der Zeit-Autoren als haltlos erwiesen und von kirchennahen Beobachtern als Kampagne bewertet wurden,cite-ref-valero-17-2[17] wurde Bertone vorgeworfen, er habe den Fall seinerzeit âklein haltenâ und eine Veröffentlichung der VorgĂ€nge vermeiden wollen und deshalb die möglichst unauffĂ€llige Beendigung der Untersuchungen befĂŒrwortet. Den Antrag des Erzbischofs von Milwaukee, den damals todkranken TĂ€ter strafweise in den Laienstand zu versetzen, hatte Bertone als zustĂ€ndiger Mitarbeiter der Glaubenskongregation nach anfĂ€nglichem Schwanken 1998 abgelehnt.cite-ref-munzinger-8-4[8] Kritiker der EnthĂŒllungsberichte wiesen darauf hin, dass die von Ratzinger und Bertone geleitete Glaubenskongregation zu dieser Zeit noch gar nicht fĂŒr die spezifische Verfolgung derartiger FĂ€lle zustĂ€ndig war, sondern erst im Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. mit der kirchlichen Untersuchung und Ahndung von Sexualvergehen im Klerus betraut wurde und dann eine Nulltoleranzpolitik bewiesen hĂ€tte.cite-ref-valero-17-3[17] Letztlich entsprach das Verhalten Bertones 1998 den damaligen Usancen und Rechtsbestimmungen, wurde aber 2010 im RĂŒckblick als Vertuschung empfunden.cite-ref-munzinger-8-5[8] Erst im Zuge der groĂen Missbrauchsskandale in den USA ab 2002 Ă€nderte der Vatikan die Richtlinien und setzte auf hĂ€rtere StrafmaĂnahmen, die dann auch regelmĂ€Ăig Entlassungen aus dem Klerikerstand umfassten. Zu dieser Zeit gehörte Bertone aber schon nicht mehr zum Kader der Behörde. WĂŒrdentrĂ€ger aus der Kurie erklĂ€rten der Zeit, Bertone habe die kĂŒnftigen Entwicklungen seinerzeit falsch eingeschĂ€tzt, die FehleinschĂ€tzung vor zwölf Jahren gefĂ€hrde sein aktuelles Amt aber nicht.
Ebenfalls im Zusammenhang mit den bekannt gewordenen FĂ€llen von Kindesmissbrauch durch Kleriker stieĂ im FrĂŒhjahr 2010 eine ĂuĂerung Bertones auf breite, z. T. scharfe Kritik, wonach PĂ€dophilie und HomosexualitĂ€t miteinander in einem Zusammenhang stĂŒnden. Die Aussage wurde unter anderem vom deutschen LSVD und vom französischen AuĂenamtssprecher Bernard Valero kritisiert, der die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen gleichgeschlechtlicher Liebe und Kindesmissbrauch als ânicht hinnehmbarâ bezeichnete.cite-ref-51[51] Im Juni desselben Jahres kritisierte Bertone die neunstĂŒndige Festsetzung der Bischöfe Belgiens ohne Essen und Trinken durch die belgische Polizei bei einer Razzia im Rahmen von Missbrauchsermittlungen als âunerhörtâ und erklĂ€rte, ein solches Vorgehen der Behörden habe es ânicht einmal in den kommunistischen Regimenâ gegeben.cite-ref-52[52]
Niedergang
Ungeachtet der eigenen Exponierung bemĂŒhte sich Bertone im April 2010, die schwierige Situation Benedikts nach dem Bekanntwerden der MissbrauchsfĂ€lle in der Ăffentlichkeit verstĂ€ndlich zu machen.cite-ref-53[53] Fast anderthalb Jahre spĂ€ter geriet er erneut in den Fokus der Aufmerksamkeit und sah sich abermals AnwĂŒrfen gegenĂŒber, durch unglĂŒckliches Agieren das Bild des Papstes beschĂ€digt zu haben. Damals begann die âVatileaksâ-AffĂ€re, ausgelöst durch Veröffentlichungen vertraulicher pĂ€pstlicher Dokumente im Anschluss an ein anonymes Drohschreiben aus dem Sommer 2011, das dunkle Warnungen an Bertones Adresse enthielt, von diesem aber nicht ernst genommen und ohne zusĂ€tzliche MaĂnahmen an die Vatikanische Gendarmerie weitergegeben wurde.cite-ref-54[54] Wegen des desaströsen Verlaufs der AffĂ€re und der Hilflosigkeit der Verantwortlichen wurde Bertone intern sehr stark kritisiert; nach Presseberichten bezeichnete man ihn innerhalb des Vatikans offen als âunfĂ€higâ.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]
Neben ĂŒbersteigertem Selbstdarstellungsdrang und den Pannen in Kommunikation und Verwaltung warfen ihm seine Kritiker einen autoritĂ€ren FĂŒhrungsstil und zu enge Beziehungen zur Politik vor.cite-ref-tagesspiegel-58-0[58]cite-ref-presse-59-0[59] 2012 geriet der KardinalstaatssekretĂ€r auch in Kompetenzstreitigkeiten mit dem PrĂ€fekten der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig MĂŒller, der sich durch die Entscheidung Bertones, der PĂ€pstlichen Katholischen UniversitĂ€t von Lima die Titel âpĂ€pstlichâ und âkatholischâ zu entziehen, in seiner ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Glaubensfragen ĂŒbergangen sah und nachtrĂ€glich Position gegen die Interessen des Kardinals von Lima bezog, Juan Luis Cipriani, den Bertone vorbehaltlos unterstĂŒtzt hatte.cite-ref-60[60]
Sein eigentliches Aufgabenfeld, die vatikanische AuĂenpolitik, schien Bertone indessen zu vernachlĂ€ssigen. So befanden sich die Beziehungen des Vatikans zur Volksrepublik China auf einem Tiefpunkt, der Streit mit der Regierung von Irland ĂŒber den Umgang mit den MissbrauchsfĂ€llen, die Zulassung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften und die Stellung der Kirche in dem sehr stark katholisch geprĂ€gten Land eskalierte zusehends, und in den weltweiten Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrisen seit 2007 schien eine ĂŒberzeugende Antwort der Kirche auszubleiben.cite-ref-cicero-61-0[61]
Kritik an dem damals 77-jĂ€hrigen KardinalstaatssekretĂ€r Bertone wurde Vatikanbeobachtern zufolge in der Schlussphase des Pontifikats Benedikts XVI. in Kurienkreisen regelrecht zum Gemeinplatz. Er selbst lieĂ sich davon allerdings wenig beeindrucken und verhielt sich in den Augen der Kritiker weiter wie ein âzweiter Papstâ, zumal sein Beziehungsnetzwerk intakt blieb und Benedikt, der vor allem Bertones LoyalitĂ€t schĂ€tzte und erwiderte, sich erneut demonstrativ hinter ihn stellte. Allerdings befĂŒrchteten einige Journalisten zu dieser Zeit, Bertones umstrittene AmtsfĂŒhrung könnte im RĂŒckblick auf das Ansehen Benedikts abfĂ€rben: âIn zehn Jahren wird man bei einem RĂŒckblick auf diesen Papst sagen: Bertone war ein Schwachpunkt des Pontifikats.âcite-ref-cicero-61-1[61] Nach dem RĂŒcktritt Papst Benedikts XVI. fĂŒhrte Kardinal Bertone als Camerlengo die AmtsgeschĂ€fte und nahm am Konklave 2013 teil. Bereits vor der Neuwahl des Papstes hielten Beobachter das Ende seiner Zeit als einflussreichste Gestalt an der Kurie, wo seine Feinde zu zahlreich geworden waren, nun fĂŒr absehbar.cite-ref-62[62] Zuletzt hatte ihm Papst Benedikt im Dezember 2012 im Zuge der Aufarbeitung von MissstĂ€nden der vatikanischen Finanzverwaltung die LetztzustĂ€ndigkeit fĂŒr Kooperationen mit internationalen GeldwĂ€scheuntersuchungsstellen entzogen, was im Nachhinein als erster Schritt zu seiner Entmachtung gewertet wurde.cite-ref-handelszeitung-36-2[36]
Wiewohl man ihm kaum mehr eigene Wahlchancen einrĂ€umte, blieb Kardinal Bertone im Konklave 2013 eine belangreiche Gestalt und wurde als AnfĂŒhrer der Fraktion der âBertonianerâ wahrgenommen, einer Gruppe von Benedikt XVI. ernannter KardinĂ€le â darunter Antonio Maria VegliĂČ, Giuseppe Versaldi und Giuseppe Bertello â, die ungebrochen zu Bertone hielten und seinen Rivalen Sodano bekĂ€mpften.cite-ref-63[63] Nach der Wahl von Papst Franziskus galt Bertone faktisch als einflusslos,cite-ref-rowland-64-0[64] ĂŒbte das Amt des KardinalstaatssekretĂ€rs aber zunĂ€chst weiter aus und begleitete den Papst auch auf seiner ersten Auslandsreise nach Brasilien anlĂ€sslich des Weltjugendtags in Rio de Janeiro.cite-ref-65[65] Nach seinem vom Papst angenommenen RĂŒcktrittsgesuch vom 31. August 2013 blieb er noch bis zum 15. Oktober 2013 kommissarisch im Amt. Kardinal Bertones Nachfolger im Staatssekretariat wurde der Diplomat Erzbischof Pietro Parolin.cite-ref-66[66] Im Januar 2014 besetzte der Papst auch die Kardinalskommission des IOR fast komplett neu und belieĂ nur den französischen Kurienkardinal Jean-Louis Tauran im Amt, der innerhalb der Kommission als Bertone-Kritiker gegolten hatte,cite-ref-67[67] wĂ€hrend der seit 2008 mĂ€chtigste Kontrolleur das IOR-Aufsichtsorgan verlassen musste.cite-ref-ameise-68-0[68] Nach seiner Abberufung sagte Bertone, er sei Opfer von âMaulwĂŒrfen und Schlangenâ im Vatikan geworden.cite-ref-69[69] FĂŒr Aufsehen sorgten Presseberichte ĂŒber riesige Finanzlöcher, die Bertones riskante FinanzgeschĂ€fte und Fehlspekulationen sowohl bei der Vatikanbank als auch bei seinem Orden, den Salesianern, hinterlassen hatten. Angebliche Ermittlungen gegen ihn wurden indes nicht bestĂ€tigt.cite-ref-kilani-2-1[2]cite-ref-tagesspiegel-58-1[58]cite-ref-rowland-64-1[64]cite-ref-70[70] Seit 2014 geriet er durch den Skandal um den Umbau seines Apartments nachhaltig ins Gerede. Anfang Dezember 2014 schied Bertone zu seinem 80. Geburtstag aus allen noch verbliebenen Ămtern aus.cite-ref-presse-59-1[59]cite-ref-71[71] Am 20. Dezember 2014 wurde Kardinal Tauran auch zu Bertones Nachfolger als Camerlengo ernannt.cite-ref-72[72]
Skandal um den Altersruhesitz
Nach seinem Abschied wurde im April 2014 bekannt, dass er seinen Ruhesitz in einer eigens fĂŒr ihn umgebauten 600-mÂČ-Wohnung im Vatikan mit groĂer Dachterrasse beziehen wĂŒrde.cite-ref-ansaldo-73-0[73]cite-ref-74[74]cite-ref-75[75] Eigenen, von der italienischen Presse allerdings bestrittenen Angaben Bertones zufolge soll die Wohnung nur 350 mÂČ groĂ sein,cite-ref-76[76] nach anderen Quellen gab er 296 mÂČ an.cite-ref-296qm-77-0[77] SpĂ€ter sprach ein Anwalt Bertones auch von einer âBruchbudeâ und âMini-Wohnung von 150 mÂČâ.cite-ref-dw-78-0[78]cite-ref-79[79] TatsĂ€chlich soll es sich bei dem nach Bertones Angaben in schlechtem Zustand ĂŒbernommenencite-ref-machtmensch-80-0[80] Penthouse im Palazzo San Carlo, einem Mehrparteienblock im Stadtzentrum, in dem noch weitere PrĂ€laten und Vatikanbedienstete wohnen,cite-ref-81[81] um zwei zusammenhĂ€ngende Wohnungen handeln, von denen die gröĂere etwa 300â425 mÂČ und die kleinere um 200 mÂČ groĂ ist, hinzu kommt die etwa 100 mÂČ groĂe Dachterrasse.cite-ref-ansaldo-73-1[73]cite-ref-dw-78-1[78]cite-ref-jansen-82-0[82]cite-ref-elpais-83-0[83] Wie Bertone und seine Bediensteten oder Mitbewohner den Komplex nutzen oder unter sich aufteilen, ist im Einzelnen nicht bekannt. Nach Angaben in Bertones Autobiografie bietet das Penthouse im dritten Stock des Baus unter anderem Platz fĂŒr seine Bibliothek, ein BĂŒro und eine Kapelle sowie fĂŒr die Wohnung der Schwesterngemeinschaft, die ihm den Haushalt fĂŒhrt.cite-ref-machtmensch-80-1[80] Die ursprĂŒngliche Absicht des Kardinals, seine Wohnung fĂŒr wohltĂ€tige Fundraising-Veranstaltungen mit potenten Spendern zur VerfĂŒgung zu stellen, konnte er nach dem Regierungswechsel im Vatikan mangels Bedarf und Interesse an solchen Veranstaltungen nicht weiter verfolgen.cite-ref-jansen-82-1[82]
Die AffĂ€re weitete sich in den folgenden Jahren zu einem Finanzskandal aus, da der Umbau der Wohnungen mit zweckentfremdeten Spendengeldern finanziert worden war. Bertone zahlte im MĂ€rz 2016 freiwillig 150.000 Euro zurĂŒck.cite-ref-84[84]cite-ref-elpais-83-1[83] Ehemalige leitende FunktionĂ€re der EigentĂŒmerstiftung der vatikanischen Kinderklinik Bambino GesĂč wurden im Zusammenhang mit dem Skandal von den vatikanischen Strafverfolgungsbehörden angeklagt,cite-ref-85[85] ein Angeklagter wurde im Oktober 2017 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf BewĂ€hrung, 5.000 Euro Geldstrafe sowie einem fĂŒnfjĂ€hrigen Verbot der Ăbernahme öffentlicher Ămter verurteilt.cite-ref-dom17-86-0[86]cite-ref-orf-87-0[87] Obwohl gegen Bertone selbst nichts vorliegt und er zu keinem Zeitpunkt als Beschuldigter galt, kristallisierte sich nach Ansicht von Prozessbeobachtern im Verfahrensverlauf seine maĂgebliche Rolle bei der EinfĂ€delung und Umsetzung der illegalen Finanzierung heraus.cite-ref-elpais-83-2[83]cite-ref-88[88] Er selbst hatte zuvor bestritten, von den GeldflĂŒssen gewusst bzw. diese autorisiert zu haben.cite-ref-elpais-83-3[83]cite-ref-89[89]cite-ref-orf-87-1[87] Insgesamt sollen nach heutigem Kenntnisstand Mittel der Kinderklinik in Höhe von 422.055,16 Euro fĂŒr den Ausbau der Wohnung, deren EigentĂŒmer das Governatorat der Vatikanstadt ist, verwendet worden sein.cite-ref-296qm-77-1[77] Bertone selbst will weitere rund 300.000 Euro beigesteuert haben. Die Gesamtkosten, die nach Erkenntnissen des italienischen Investigativjournalisten Emiliano Fittipaldi dem in London ansĂ€ssigen Unternehmen eines mit Bertone befreundeten, insolventen italienischen Bauunternehmers zugutekamen, betrugen 792.544 Euro. Kardinal Bertone und der betroffene Bauunternehmer wurden von dem vatikanischen Gericht nicht befragt oder vorgeladen.cite-ref-elpais-83-4[83] Dem Kinderkrankenhaus verbleibt nach Auskunft der neuen Leitung ein Schaden von 328.000 Euro.cite-ref-dom17-86-1[86]
Beobachter bewerten die Tatsache, dass der Fall ĂŒberhaupt ein gerichtliches Nachspiel hatte, schon als beachtlichen Schritt und Symptom eines Stilwechsels im Vatikan gegenĂŒber der Ăra Bertone.cite-ref-dw-78-2[78] Auch die Debatte ĂŒber die WohnverhĂ€ltnisse und den Lebensstil von KurienkardinĂ€len und hohen WĂŒrdentrĂ€gern in Rom, die der Fall Bertone ausgelöst hat, sei noch nicht beendet.cite-ref-jansen-82-2[82] Ein spektakulĂ€rer Parallelfall, in dem ein sizilianischer Bischof, der insgesamt drei Millionen Euro veruntreut haben soll, 2008 das Geld eines Diözesanwerks fĂŒr psychisch kranke Kinder fĂŒr den Kauf einer 800.000 Euro teuren Privatresidenz in Rom entwendet hatte, wurde ebenfalls im Oktober 2017 durch Ermittlungen der sizilianischen Staatsanwaltschaft bekannt. Der Bischof war im Jahr 2012 von Papst Benedikt XVI. wegen finanzieller UnregelmĂ€Ăigkeiten seines Amtes enthoben worden.cite-ref-90[90] Parallelen wurden Ende 2017 auch angesichts der wiederum von Emiliano Fittipaldi veröffentlichten Berichte ĂŒber Kardinal Maradiaga gezogen, dem angebliche finanzielle UnregelmĂ€Ăigkeiten unterstellt wurden. Maradiaga gehört ebenfalls dem Salesianerorden an und wird wie seinerzeit auch Tarcisio Bertone zu den maĂgeblichen Beratern und engsten Vertrauten des amtierenden Papstes gerechnet.cite-ref-91[91] Das im Februar 2018 erlassene Motu proprio Imparare a congedarsi (âLernt Abschied zu nehmenâ) von Papst Franziskus, mit dem dieser die emeritierten Bischöfe und Kurialen zu einem einfachen Lebensstil ermahnt, wurde von Vatikanbeobachtern in direktem Zusammenhang mit den Skandalen um MĂ€nner wie Bertone gesehen. In der Berichterstattung zu dem Papsterlass wurde auch bekannt, dass Kardinal Bertone noch nach seiner Entlassung Eskorten der italienischen Polizei in Anspruch nahm, wenn er sich in Rom und Umgebung bewegte.cite-ref-92[92]
Sonstiges
Bertone spricht neben seiner Muttersprache Italienisch auch Französisch, Deutsch, Spanisch und Portugiesisch und kann neben Lateinisch auch Englisch lesen.cite-ref-93[93]
Tarcisio Bertones Hobbys sind nach Aussage seiner Schwester Mariuccia Pilze sammeln und Fahrrad fahren.cite-ref-trabucco-6-3[6] AuĂerdem ist er ein groĂer Fan von Juventus Turin, bei deren Spielen er auch schon Gastauftritte hatte, so etwa im Januar 2004 im Genueser Marassi-Stadion als Livekommentator fĂŒr das Lokalradio bei einem Heimspiel von Sampdoria Genua gegen seinen Lieblingsclub.cite-ref-94[94] Den seit 2007 ausgetragenen, von Bertone ersonnenen Clericus Cup,cite-ref-95[95] einen FuĂballwettbewerb fĂŒr römische Priester und OrdensmĂ€nner, verfolgte er anfĂ€nglich mit groĂem Interesse, bis er dafĂŒr kritisiert wurde und seine PrĂ€senz in der Folge nachlieĂ.cite-ref-gazzetta-96-0[96]cite-ref-97[97] Auch die Idee, eine Vatikanmannschaft zu den FuĂball-Weltmeisterschaften zu entsenden, wird ihm hĂ€ufig nachgesagt, war aber nur in der Zeit unmittelbar nach seiner Ernennung zum StaatssekretĂ€r bis zur Jahreswende 2006/2007 kurzzeitig ein ernsthaftes Thema in den Medien.cite-ref-gazzetta-96-1[96]
Bertones persönliche SekretĂ€rin seit seiner Zeit als Mitarbeiter Ratzingers in der Glaubenskongregation war die Fokolarin Eurosia Bertolassi, genannt âRosiâ, die ihn beim Wechsel ins Staatssekretariat begleitete und von Bertone wegen ihrer langjĂ€hrigen TĂ€tigkeit fĂŒr sein BĂŒro 2006 öffentlich belobigt wurde, wobei er zugleich ankĂŒndigte, fĂŒr eine stĂ€rkere weibliche PrĂ€senz im Vatikan sorgen zu wollen.cite-ref-98[98]
LegendĂ€r war zu seiner Zeit als KardinalstaatssekretĂ€r das Sportwagenmodell eines roten Ferrari Enzo in Bertones Empfangszimmer im Apostolischen Palast. Das Modellauto, dessen Bedeutung fĂŒr die vatikanische Diplomatie von Insidern hoch eingeschĂ€tzt wurde, diente als Eisbrecher fĂŒr die GesprĂ€chsaufnahme zwischen Gastgeber und Gast.cite-ref-cicero-61-2[61] Tarcisio Bertone ist erklĂ€rter AnhĂ€nger der Scuderia Ferrari und wurde am 22. Januar 2012 in Maranello von Luca di Montezemolo zur privaten VorfĂŒhrung eines Prototyps des offiziell noch nicht prĂ€sentierten neuen Rennwagens Ferrari F2012 empfangen.cite-ref-99[99]
Am 22. September 2012 empfing Kardinal Bertone aus den HĂ€nden des spanischen Königs Juan Carlos I. im Beisein des Grafen Javier GodĂł im Kloster von Pedralbes den IV. Premio Internacional Conde de Barcelona, einen zu Ehren des Vaters von Juan Carlos, des Grafen von Barcelona,cite-ref-elpais-100-0[100] gestifteten Kulturpreis, der von der FundaciĂłn Conde de Barcelona verliehen wird, einer 1996 von der katalanischen Tageszeitung La Vanguardia und der Grupo GodĂł errichteten spanischen Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Kultur.cite-ref-101[101]cite-ref-102[102] Vorherige PreistrĂ€ger waren die New York Times (2003),cite-ref-103[103] die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung (2004)cite-ref-104[104] und EU-KommissionsprĂ€sident JosĂ© Manuel Barroso (2007).cite-ref-elpais-100-1[100]
Im MĂ€rz 2018 erschien in Italien unter dem Titel I miei papi (âMeine PĂ€psteâ) die mit Spannung erwartete Autobiografie von Tarcisio Bertone,cite-ref-adnkronos-105-0[105] zu der Kardinal Gianfranco Ravasi das Vorwort verfasste. Bertone beschreibt darin seine Erinnerungen an die PĂ€pste seiner Lebenszeit von Pius XII. bis Papst Franziskus.cite-ref-106[106] Das Buch enthĂ€lt unter anderem zeitgeschichtlich beachtliche Aussagen ĂŒber den Zeitpunkt, zu dem Papst Benedikt XVI. begann, ĂŒber seinen RĂŒcktritt nachzudenken.cite-ref-107[107]cite-ref-108[108] BezĂŒglich des Medienskandals um seinen Altersruhesitz behauptet Bertone in dem Buch, die Renovierung sei mit Papst Franziskus abgestimmt gewesen, von dem er âneben vollem EinverstĂ€ndnis auch manchen guten Ratschlagâ erhalten habe.cite-ref-machtmensch-80-2[80]cite-ref-adnkronos-105-1[105]cite-ref-109[109]
Mitgliedschaften in der römischen Kurie
Tarcisio Bertone war bis Ende 2014 Mitglied der folgenden Kongregationen der Kurie:
âą Kongregation fĂŒr den Klerus (bis Juni 2014)cite-ref-110[110]
âą Kongregation fĂŒr die Bischöfe (bestĂ€tigt 2013)
⹠PrÀsident der Kardinalskommission zur Beaufsichtigung des Istituto per le Opere di Religione (Mitglied seit Oktober 2006, PrÀsident ab MÀrz 2008,cite-ref-gotti-37-1[37] bestÀtigt 2013,cite-ref-111[111] abberufen am 15. Januar 2014cite-ref-ameise-68-1[68])
Auszeichnungen und Ehrungen
âą Aufnahme in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem (2003); Ernennung zum Kollarritter (2009)cite-ref-112[112]
âą EhrendoktorwĂŒrde in Erziehungswissenschaften der Katholischen UniversitĂ€t Salta (Argentinien) (2005)cite-ref-113[113]
âą GroĂkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik (2006)
âą Medalla de Oro de Santo Toribio de Mogrovejo (Peru, 2007)
⹠Collane des Sterns von RumÀnien (2008)
âą Orden des FĂŒrsten Jaroslaw des Weisen I. Klasse (2008)
âą EhrendoktorwĂŒrde in Rechtswissenschaften der Katholischen UniversitĂ€t Lublin Johannes Paul II. (2009)
âą GroĂkreuz des Verdienstordens der Republik Polen (2010)
âą GroĂkreuz des Ordens des Heiligen Jakob vom Schwert (2010)
âą EhrendoktorwĂŒrde in Rechtswissenschaften der UniversitĂ€t âMagna Graeciaâ Catanzaro (2012)
âą IV. Internationaler Preis Graf von Barcelona (2012)
Schriften (Auswahl)
âą Vita cristiana secondo giustizia: trattato di teologia morale. Appunti di studio. PĂ€pstliches Athenaeum Salesianum, Rom 1968 (Lehrbuchwerk zum Gerechtigkeitstraktat der Moraltheologie).
âą mit Gustave Leclerc, Giancarlo Milanesi, Vincenzo Polizzi, Enrico Quarello: Discussione sullâaborto. Sonderheft der Ordenszeitschrift Salesianum (01/1975), Libreria Ateneo Salesiano (LAS), Rom 1975 (Themenheft zur Abtreibungsdiskussion mit BeitrĂ€gen salesianischer Theologen).
âą Il governo della Chiesa nel pensiero di Benedetto XIV (1740â1758) (= Biblioteca di Scienze Religiose, Band 21). LAS, Rom 1977 (Erstdruck 1970, Dissertation).
âą Il rapporto giuridico tra Chiesa e ComunitĂ politica. In: Gruppo Italiano Docenti di Diritto Canonico (Hrsg.): Il Diritto nel mistero della Chiesa. Band 4: Diritto Patrimoniale â Tutela della comunione e diritti â Chiesa e ComunitĂ politica (= Quaderni di Apollinaris, 4). Libreria Editrice Lateranense, Rom 1980, S. 295â430 und 448â492 (Abhandlung zum VerhĂ€ltnis von Kirche und politischem Gemeinwesen in einem mehrbĂ€ndigen kanonistischen Darstellungswerk).
âą (Hrsg.) mit Agostino Severgnini: La famiglia e i suoi diritti nella comunitĂ civile e religiosa. Tagungsband zum VI. Kirchenrechtlichen Kolloquium (Rom 24. bis 26. April 1986). Libreria Editrice Vaticana / Libreria Editrice Lateranense, Rom 1987 (Tagungsthema: âDie Rechte der Familie in Zivilgesellschaft und Religionsgemeinschaftâ).
âą (Hrsg.) Codice di diritto canonico. Testo ufficiale e versione italiana sotto il patrocinio della Pontificia UniversitĂ Lateranense e della Pontificia UniversitĂ Salesiana. Unione Editori Cattolici Italiani, Rom 1983, 2. Auflage 1997 (amtlicher Text und autorisierte italienische Ăbersetzung des CIC 1983).
âą mit Giuseppe De Carli (1952â2010): Lâultima veggente di Fatima (âDie letzte Seherin von Fatimaâ). Rizzoli, Mailand 2007.cite-ref-114[114] Deutsch: Die Seherin von Fatima. Meine GesprĂ€che mit Schwester Lucia. Mit einem Vorwort von Papst Benedikt XVI. Heyne Verlag, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-453-64520-2.
âą mit Vincenzo Buonomo (Hrsg.): La diplomazia pontificia in un mondo globalizzato. Mit einem Vorwort von Papst Franziskus. Libreria Editrice Vaticana, Rom 2013, ISBN 978-88-209-9162-3.
âą I miei papi. Editrice Elledici, Turin 2018, ISBN 978-88-01-06440-7 (Autobiografie).
Literatur
âą Stefano Termanini: Chiesa e Impresa a Genova dal dopoguerra ai nostri giorni. Ausind Editore, Genua 2009 (darin Kap. IV, S. 247â295: âIn cerca di un orizzonte europeo: la âGeNovaâ del cardinale Bertoneâ)
âą Martin Klingst, Patrik Schwarz: Die Akte Bertone. In: Die Zeit, Nr. 14/2010.
âą Tarcisio Kardinal Bertone in: Internationales Biographisches Archiv 44/2012 vom 30. Oktober 2012, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
âą Martin BrĂ€uer: Handbuch der KardinĂ€le. 1846â2012. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-037077-5, S. 635.
âą Gisela Schmalz: Cliquenwirtschaft. Die Macht der Netzwerke: Goldman Sachs, Kirche, Google, Mafia & Co. Kösel Verlag, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-466-34595-3, S. 45â53.
Weblinks
Commons
: Tarcisio Bertone
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Eintrag zu Tarcisio Bertone auf catholic-hierarchy.org (englisch)
âą Eintrag zu Tarcisio Bertone auf gcatholic.org, abgerufen am 8. Juli 2023. (englisch)
âą Biografische Notiz zu Kardinal Bertone In: Presseamt des Heiligen Stuhls: Documentation â The College of Cardinals, abgerufen am 24. MĂ€rz 2023 (englisch)
âą Bertone, S.D.B., Tarcisio. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch), abgerufen am 10. MĂ€rz 2017.
âą Ein Salesianer fĂŒr Papst Benedikt. Interview mit Kardinal Tarcisio Bertone von Gianni Cardinale. In: 30giorni, Nr. 08/2006, August 2006
âą Offizielle Biografie (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) auf der Website des Erzbistums Genua, Stand: September 2006 (italienisch)
âą Briefwechsel zum Fall Lawrence C. Murphy (PDF; 1,4 MB), Faksimile bei Zeit Online
Einzelnachweise
cite-note-11. â âIch wurde in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 1934 (âŠ) geborenâ. ⊠âAm Gemeindeamt wurde der 1. als Geburtstag eingetragen, bei der Pfarrei der 2. Das ist auch der Grund, warum mein Geburtsdatum beim Staat anders aufscheint als bei der Kirche: in den weltlichen Dokumenten steht der 1., im PĂ€pstlichen Jahrbuch dagegen der 2. Dezember.â (Tarcisio Bertone im Interview mit 30giorni, Heft 08/2006, gesehen im Oktober 2017).
cite-note-marius-33. â Morto lâex sindaco Sado, signore di stile e cuore. Necrologio SADO GIOVANNI. In: La Sentinella del Canavese, 20. Dezember 2019 (italienisch); abgerufen am 7. Mai 2022.
cite-note-44. â Silvia Alberton: Daje âna giumella de.. In: Avis. Ivrea Notizie, 35. Jg., Nr. 2 (November 2020), S. 23 (italienisch).
cite-note-55. â LunedĂŹ lâaddio a Paolo Bertone, fratello del Cardinale. In: La Sentinella del Canavese, 24. Juli 2011 (italienisch); abgerufen am 7. Mai 2022.
cite-note-trabucco-66. â Marco Trabucco: Il salesiano che studiĂČ da vice Papa Tarcisio, lâingegnere mancato. In: La Repubblica, 23. Juni 2006 (italienisch); abgerufen am 7. Mai 2022.
cite-note-interview-77. â Gianni Cardinale: Ein Salesianer fĂŒr Papst Benedikt. Interview mit Kardinal Tarcisio Bertone. In: 30giorni, Heft 07/08, Juli 2006; online abgerufen am 5. Juli 2022.
cite-note-munzinger-88. â Tarcisio Kardinal Bertone, in: Internationales Biographisches Archiv 44/2012 vom 30. Oktober 2012, im Munzinger-Archiv.
cite-note-oonline-99. â Bertone, Tarcisio. ORDEN online, Stand: 11. November 2008; abgerufen am 17. Oktober 2017.
cite-note-openletter2010-1010. â KardinalstaatssekretĂ€r Tarcisio Bertone bleibt im Amt. In: Radio Vatikan, Nachrichten vom 22. Januar 2010; abgerufen am 25. MĂ€rz 2023.
cite-note-1111. â Stefano Termanini: Chiesa e Impresa a Genova dal dopoguerra ai nostri giorni. Ausind Editore, Genua 2009 (darin S. 247â295: IV. In cerca di un orizzonte europeo: la âGeNovaâ del cardinale Bertone), S. 249.
cite-note-1212. â Begegnungen mit den Lehrkommissionen. In: Vatican.va (Internetseite der ehemaligen Glaubenskongregation); abgerufen am 5. Juli 2022.
cite-note-1313. â Nicole Neroulias: Locals recall 1999 visit of Ratzinger. In: East Bay Times, 20. April 2005 (englisch); abgerufen am 5. Juli 2022.
cite-note-1515. â Ermutigung zum politischen Engagement. Stellungnahme des ZdK zu der von der Kongregation fĂŒr die Glaubenslehre veröffentlichten âlehrmĂ€Ăigen Note zu einigen Fragen ĂŒber den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Lebenâ, 15. Februar 2003; abgerufen am 23. Oktober 2017.
cite-note-1616. â Corrado Augias: Die Geheimnisse des Vatikan. Eine andere Geschichte der Papststadt. Beck, MĂŒnchen 2011, S. 383.
cite-note-valero-1717. â Jack Valero: The mob should lay off. The pope is completely innocent. In: The Guardian, 15. April 2010 (englisch); abgerufen im Oktober 2017.
cite-note-1818. â Nomina del Segretario della Congregazione per la Dottrina della Fede. In: TĂ€gliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 19. Dezember 2002, abgerufen am 23. Oktober 2017 (italienisch).
cite-note-1919. â Stefano Termanini: Chiesa e Impresa a Genova dal dopoguerra ai nostri giorni. Ausind Editore, Genua 2009 (darin S. 247â295: IV. In cerca di un orizzonte europeo: la âGeNovaâ del cardinale Bertone), S. 248 f. u. S. 275, Anm. 11.
cite-note-2020. â Angelus. Ansprache des Heiligen Vaters von Sonntag, 28. September 2003. Internetseiten des Vatikans; abgerufen am 20. Oktober 2017.
cite-note-2121. â Stefano Termanini: In cerca di un orizzonte europeo: la âGeNovaâ del cardinale Bertone, Genua 2009, S. 270.
cite-note-2323. â Stefano Termanini: In cerca di un orizzonte europeo: la âGeNovaâ del cardinale Bertone, Genua 2009, S. 270 u. Anm. 192; S. 278 f., Anm. 53.
cite-note-2424. â Massimo Calandri: Genova non Ăš contro la moschea. (Interview mit Imam Salah Hussein). In: La Repubblica, 26. Juli 2008 (italienisch); abgerufen im Oktober 2017.
cite-note-2626. â Silvia Luzi, Luca Bellino (Vanguard Italia): LâItalia che respinge le moschee. In: Corriere della Sera, 6. November 2010 (italienisch); abgerufen am 20. Oktober 2017.
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cite-note-3232. â Ks. Piotr Kaczmarek: Benedykta XVI zmaganie o dialog z islamem (The struggle of Pope Benedict XVI in dialogue with Islam). In: Studia Theologica Varsaviensia 2/2012, S. 245â262 [1â18] (hier: S. 255 [11] f., Anm. 37).
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cite-note-4747. â LâAquila: dolore e preghiera ai funerali di Stato. Pressemitteilung der Polizia di Stato, 9. April 2009 (italienisch); abgerufen am 29. April 2022.
cite-note-4848. â Benedikt Heider: Karfreitag: Extra-FĂŒrbitten und pĂ€pstliche Ănderungen der Karliturgie. In: Katholisch.de, 29. MĂ€rz 2024; abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
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cite-note-5050. â Martin Klingst, Patrik Schwarz: Die Akte Bertone. In: Die Zeit, Nr. 14/2010. Dies.: Dokumente des Vertuschens. Zeit Online, 2. April 2010; dies.: Sexueller Missbrauch: Geheimprotokoll belastet wichtigsten Mitarbeiter des Papstes. Zeit online, 5. April 2010. Patrik Schwarz: Missbrauchsskandal: Die Kirche teilt aus. In: Die Zeit, Nr. 15/2010.
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cite-note-6969. â Zitiert nach SĂŒddeutsche Zeitung vom 22. April 2014: Luxuswohnung fĂŒr Kardinal Bertone (afp-Meldung).
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cite-note-7272. â Nomina del Camerlengo e del Vice Camerlengo di Santa Romana Chiesa. In: TĂ€gliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 20. Dezember 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014 (italienisch).
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cite-note-8181. â Hartmut Benz: Nicht nur Bertone â Wo und wie Bischöfe im Vatikan wohnen. (Memento vom 16. Oktober 2017 im Internet Archive) Römisches Institut der Görres-Gesellschaft, 6. Mai 2014; abgerufen am 16. Oktober 2017.
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cite-note-8888. â John L. Allen: Testimony at Vatican trial shows cardinal had hands-on role. In: Crux. 3. Oktober 2017, abgerufen am 22. Mai 2024 (englisch).
cite-note-8989. â Bambino-Gesu-Prozess: Haftstrafe und Freispruch gefordert. (Memento vom 11. Oktober 2017 im Internet Archive) In: Radio Vatikan, 9. Oktober 2017; abgerufen am 11. Oktober 2017.
cite-note-9191. â Emiliano Fittipaldi: 35 thousand euros a month for the Cardinal: the new scandal that shakes the Vatican. In: LâEspresso, 21. Dezember 2017 (englisch); abgerufen am 13. MĂ€rz 2018. AndrĂ©s Beltramo Ălvarez: El Papa a RodrĂguez Maradiaga: âMe duele todo lo que han hecho contra tiâ. In: La Stampa, 24. Dezember 2017 (spanisch), abgerufen am 13. MĂ€rz 2018; Emiliano Fittipaldi: Lâultimo scandalo Vaticano: 35 mila euro al mese per il cardinale Maradiaga. In: LâEspresso, 26. Dezember 2017 (italienisch), abgerufen am 13. MĂ€rz 2018.
cite-note-9393. â Cardinal Bertone Prefers Activity to Study. zenit.org, 15. Dezember 2006, archiviert vom Original am 15. MĂ€rz 2013; abgerufen am 28. August 2021 (englisch).
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